Adelheid Christ
Heilpraktikerin für Psychotherapie
Zweibrücker Str. 34
76829 Landau/Pfalz
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Zerstreut und gehetzt: Will ich das?

Wir haben eine Zerstreuungskultur. Sich auf etwas zu konzentrieren wird immer schwieriger. Beim  Fernsehen laufen oben die Bilder und unten läuft gleichzeitig schon eine neue Info über die Börsenkurse, die nächste Sendung oder ein aktuelles Unglück. Wir werden überall mit Reizen überflutet: Verkehr, Fluglärm, Beschallung im Supermarkt, Musik und Radio im Auto, ständig in Abruf-Stellung durch die Erreichbarkeit von Handy und E-Mails. Auch in der Freizeit hetzen wir von Termin zu Termin. Wir kommen nie richtig zur Ruhe. Irgendwann fühlen wir uns nur noch im Hamsterrad, getrieben, fremdbestimmt und gehetzt. Am Ende steht das Burnout, das Ausgebrannt-Sein.

Es gibt die Fähigkeit, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun: das vielgepriesene Multitasking. Das hilft, Zeit zu sparen. Doch gegenüber einem Mitmenschen in einem Gespräch ist es ein unmögliches Verhalten, wenn zum Beispiel gleichzeitig das Smartphone bedient wird. Wir schenken ihm nicht unsere ganze Aufmerksamkeit, dieser Mensch fühlt sich missachtet und nicht wertgeschätzt. Sind wir uns dessen bewusst?

Es gibt heutzutage nichts Kostbareres, als Zeit zu schenken. Wie können wir lernen, wieder ganz da zu sein, in uns selbst zu ruhen? Wir brauchen es so dringend für uns selbst und im Miteinander. 

Wir können es lernen, indem wir ganz bewusst in die Stille gehen. Immer wieder, regelmäßig. Dann wächst die Fähigkeit, sich innerlich zu sammeln, ruhig zu werden, Kontakt zur inneren Mitte zu finden, zu uns selbst. Der bewusste Wechsel von Stille/Ruhe und Aktivität ist ein Übungsweg, der sich lohnt. Man verändert sich. Man erfährt, dass die Stille kein Nichtstun und keine Leere ist. Anfangs wird es vielleicht so erlebt. Doch nach einer Weile bekommen wir Kontakt zu unserer inneren Tiefe. Wir sind ganz in uns, wir spüren uns selbst und können auf einmal in uns selbst wohnen. Wir können Zwiesprache halten mit Gott, der in uns ist. Dies ist Meditation. 

Dann verändern wir uns. Diese neue Haltung hat Auswirkungen auf den Umgang mit unseren Mitmenschen. Wir sagen: Jetzt bin ich ganz für dich da, alles andere ist jetzt unwichtig. Ich bin in dem Moment frei für den anderen. Das ist eine andere Qualität, Zeit zu erleben. Der andere fühlt sich ganz angenommen. Hier findet Begegnung und Heilung statt.

Jeder Mensch kann für einen anderen zum Heiler werden.