Adelheid Christ
Heilpraktikerin für Psychotherapie
Zweibrücker Str. 34
76829 Landau/Pfalz
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Wechseljahre

Die Wechseljahre im Leben einer Frau sind vergleichbar mit der Pubertät. Wer Kinder in dem Alter hat, weiß, wovon ich spreche. Durch die Hormonveränderungen steht alles Kopf – körperlich, aber auch gefühlsmäßig. Manchmal kennen wir uns selbst nicht mehr. Der Ablauf und die Symptome sind von Frau zu Frau so verschieden, wie Frauen verschieden sind. Viele haben Angst vor dieser Zeit: werde ich jetzt alt? Drohen jetzt Einsamkeit und Krankheit?

Ab etwa dem 40. Lebensjahr kündigen sich körperlich-hormonell und mental Veränderungen an. In unserer Kultur werden Wechseljahre mit Hormonmangel erklärt und mit Hormonersatz behandelt. Verzweifelt wird versucht, durch Diäten und Fitnessprogramme den Körper jung und jugendlich zu erhalten. Das ist in Maßen sicherlich kein Fehler. Wer will nicht so lange wie möglich fit bleiben!? Doch um was geht es noch in dieser Zeit der Veränderung? Geht es wirklich nur um den Kampf gegen den Alterungsprozess?

Mit den Wechseljahren verabschieden wir uns tatsächlich vom Jungsein. Deshalb ist dies oft mit einer Krise verbunden. Wir müssen uns praktisch neu erfinden.  Wir verlassen Altes und Gewohntes, unser Körper zeigt es deutlich. Aber wir können Neues entdecken. Auf einmal tauchen  Sinnfragen auf. Diese massive Veränderungsphase ist eine Chance. Wie das?

Zunächst einmal gilt es, die körperlichen Veränderungen zu akzeptieren und ggf. ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Selbst wenn man vorher nie einen Arzt gebraucht hat! Die Begleitsymptome können uns sehr beeinträchtigen.

In dieser Lebensphase verändern sich oft auch im Umfeld einige Dinge: die Eltern werden pflegebedürftig, die Kinder werden flügge, im Berufsleben ändert sich etwas – dadurch verändern sich auch die Aufgaben und die Partnerschaft. Das ganze Leben ist auf einmal nicht mehr so, wie es war. Das Alte muss ich loslassen. Das bedeutet auch Verlust und Schmerz. Alte Themen aus der Kindheit können plötzlich wieder Thema sein. Wie gehe ich mit diesen unangenehmen Gefühlen um?

Wir müssen uns neu definieren. Es ist eine Chance. Wie ein Jugendlicher in der Pubertät stellen wir uns noch einmal die Frage: Wer bin ich eigentlich? Was kann ich? Was will ich? Was wollte ich schon immer machen, habe es aber nicht gemacht? Ich muss nicht nur Rollen ausfüllen. Mein Leben soll einen Sinn haben. Welchen? Ich bin einzigartig. Ich habe Träume und Talente. Welche? Und ich will ein rechtes Maß finden von Arbeit und Erholung. Die biologische Fruchtbarkeit geht zu Ende. Aber es gibt auch eine geistige Mutterschaft. Wie und wo können wir jungen Menschen unsere Lebenserfahrung, Gelassenheit, unser Wissen und Wohlwollen entgegenbringen?

Deshalb liegt die Chance auch darin, nach einer Zeit der Verwirrung und des Innehaltens nach außen zu gehen. Ein Neuanfang in ein neues, anderes Leben. Dabei möchte ich Sie gerne unterstützen!

Hermann Hesse beschreibt in seinem Gedicht “Stufen” sehr passend:

“Wie jede Blüte welkt und jede Jugend

dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,

Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend

zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.

Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe

Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,

um sich in Tapferkeit und ohne Trauern

In andere, neue Bindungen zu geben.

Und in jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,

Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.”