Adelheid Christ
Heilpraktikerin für Psychotherapie
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76829 Landau/Pfalz
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Suchtverhalten ändern

Es gibt Gewohnheiten, die wir gern ändern würden. Gewohnheiten, die viele Menschen haben und auch ein Suchtverhalten  sein können: z.B. rauchen, zuviel Schokolade essen, zu lange Computer spielen oder im Internet surfen. Wir haben es probiert, aber schaffen es einfach nicht, sich anders zu verhalten.

Eine Hilfe geben uns Wissenschaftler mit neueren Erkenntnisse in der Gehirnforschung, die festgestellt haben, wie Gewohnheiten funktionieren. Gewohnheiten sind zuerst einmal nützlich, weil sie uns das Leben erleichtern. Wir müssen nicht mehr darüber nachdenken, wie wir Auto fahren oder wie wir die Zähne putzen. In unserem Gehirn gibt es einen Ort, wo Gewohnheiten abgespeichert werden: die Basalganglien. Diesen Bereich können wir mit unserem bewussten Willen jedoch nur schwer beeinflussen, da er auf bestimmte Auslösereize reagiert. Damit wird der “Gewohnheitsmodus” in Gang gesetzt, z.B. Langeweile oder eine unaufgeräumte Wohnung bedeutet, ich setze mich an den Computer.

Zusätzlich zum Auslösereiz kommt aber noch die Belohnung. Jedes Mal, wenn wir uns bei der gewohnheitsmäßigen Handlung besser fühlen, wird ein Verlangen gestillt und belohnt. Wie beim Beispiel eben genannt: das unangenehme Gefühl der Langeweile wird überdeckt.

Diese Routine zwischen Auslöser und Belohnung ist erlernt. Wird ein Verhalten häufig wiederholt, wird daraus eine Gewohnheit. Wie können wir aber das Erlernte umprogrammieren? Wenn man weiß, wie eine Sache funktioniert, gelingt eine Veränderung besser.

Die Lösung:

  1. Unser Muster muss uns erst einmal bewusst werden. Wir benennen das Verhalten, das wir ändern wollen. Beispiel: übermäßige Handynutzung
  2. Dann beobachten wir uns selbst, wann der Reiz auftritt, was kurz davor war, wie wie uns gefühlt haben (Langeweile, Stress, Unzufriedenheit). Das ist der Auslöser. Für diese Identifizierung benötigen wir ca. 1 Woche (ohne etwas ändern zu wollen!). Schreiben Sie sich die Beobachtungen am besten auf.
  3. Dann können wir damit beginnen, die alte Gewohnheit mit einem neuen Verhalten zu ersetzen. Beispiel: Ich habe bemerkt, dass ich bei Langeweile oder Stress sofort ans Handy oder den Computer gehe und dann dort hängen bleibe. Das möchte ich nicht mehr. Ich möchte meine Zeit sinnvoll nutzen. Ich überlege mir, was ich statt dessen gerne machen möchte, z.B. einen Roman lesen, einen Freund anrufen. Dann beobachte ich mich im Alltag und erwische mich mit der alten Gewohnheit, dauernd  nach dem Handy zu greifen. Mein Verhalten wird mir immer bewusster und ich kann auf einmal innehalten, bevor ich nach dem Handy schaue. Ich erinnere mich an die Alternative und hole das Buch. Erfahrung: Ich fühle mich beim Lesen gut und entspanne mich. Das ist die Belohnung! Je öfter ich dies wiederhole, verfestigt sich das neue Verhalten und es überdeckt langsam das alte Muster. Das Verlangen nach Entspannung ist gestillt.

Sie merken: es geht im Grunde genommen um ein Bedürfnis, das gestillt werden möchte. Und das gilt es durch genaue, eigene Beobachtung herauszufinden. Kennen wir das Bedürfnis, können wie angemessen darauf reagieren und unser Verhalten durch eine bewusste Entscheidung und ein Training ändern.