Adelheid Christ
Heilpraktikerin für Psychotherapie
Zweibrücker Str. 34
76829 Landau/Pfalz
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Stress

Die Corona-Pandemie stresst. Viele Menschen haben das Gefühl, in einem Burn-out zu landen. Nicht zu wissen, was als nächstes kommt, die andauernde Anspannung, das Isoliertsein, finanzielle Sorgen, Sorgen um die Gesundheit… Wir fühlen uns ein stückweit ausgeliefert.

Um wieder die Kontrolle zu erlangen, können wir einiges tun. Dazu gehört auch zu verstehen, wie Stress entsteht. Was genau ist eigentlich Stress? Zunächst einmal ist dies eine körperliche Reaktion auf eine mögliche Gefahr. Die Stressreaktion ist angeboren und unterliegt nicht unserem Willen. Sie bereitet uns blitzschnell darauf vor, uns vor Gefahr zu schützen, wie es im Steinzeitalter angemessen war: der Körper stellt Energie bereit, um entweder zu kämpfen, zu fliehen oder sich tot zu stellen. Deshalb also wird ein körperlicher Mechanismus in Gang gesetzt, wie zum Beispiel:

Muskelanspannung, Anspannung im Kiefer (Zähneknirschen im Schlaf), Schwitzen, erhöhte Aufmerksamkeit, Erhöhung des Blutdrucks, Verengung der Blutgefäße (kalte Hände und Füße), Schnellere Atmung, Hemmung der Verdauungsprozesse, Abbau von Fettreserven (Freisetzung von Fettsäuren ins Blut).

Diese Funktionen waren damals in der Steinzeit sinnvoll. Heute meist nicht mehr.

Stress gehört zum Leben. Lang andauernder Stress jedoch kann krank machen.

Was können wir tun, um diese Energiemengen, die unser Körper bereitstellt, die wir aber nicht brauchen, wieder abzubauen?

Was können wir tun, dass sich unser Nervensystem beruhigt und es nicht mehr zu starken Stressreaktionen kommt?

Das vegetative bzw. autonome Nervensystem regelt die inneren Prozesse des Körpers. Es besteht aus zwei Akteuren: dem Sympathikus sowie dem Parasympathikus. Bei Aktivität/Anspannug reagiert der Sympathikus, bei Erholung/Entspannung der Parasympathikus.

Es geht darum, eine Balance herzustellen zwischen den beiden Systemen. Wie kann das gelingen? Durch Dinge, die uns gut tun und entspannen! Ruhe, schöne Musik, Gespräche, Bewegung (am besten in der Natur), ein warmes Bad, eine Massage, gute Düfte, kreativ sein, Meditation, auch kognitiv: Probleme und Konflikte lösen, Gedankenschleifen stoppen, Vertrauen (sich selbst, in das Gute, Hoffnung), gute Filme u.v.m.

In dieser Pandemie ist dies nicht so leicht. Doch wir können gut für uns sorgen, uns disziplinieren (Auszeiten nehmen von den Nachrichten, nicht andauernd die Fallzahlen studieren), sich sagen: in ein paar Monaten wird es besser, Kontakte pflegen (Briefe schreiben, telefonieren, skypen), Rituale pflegen, sich an kleinen Dingen freuen, dankbar für Kleinigkeiten sein, Gutes im Schlechten sehen.

Einsamkeit kann krank machen. Auch Angst kann krank machen. Ich habe einmal einen Spruch gelesen: „Wenn Du Dich einsam fühlst, gehe zu jemandem, der noch einsamer ist als Du.“ Wir können immer etwas tun, damit es uns besser geht.