Adelheid Christ
Heilpraktikerin für Psychotherapie
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76829 Landau/Pfalz
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Sind Sie handysüchtig?

Mediensucht ist inzwischen als anerkannte Krankheit gelistet. Smartphones können also in eine Abhängigkeit hineinführen: surfen, spielen, shoppen, kommunizieren… vieles ist möglich. Im Hirn des Nutzers spielen sich ähnliche Dinge ab wie bei Glücksspielern. Doch ab wann ist man wirklich abhängig?

Der Informatiker Alexander Markowetz, der an der Uni Bonn zum diesem Thema geforscht hat, sagt dazu: “Ich führe eine Handlung aus, und dann gibt es eine Überraschung.” Der Knopfdruck auf dem Display ist die Handlung, die Überraschungen sind vielfältig: Likes, Neuigkeiten, Nachrichten von Freunden, Levels bei Online-Games.

Bei den Überraschungen schüttet der Körper das Glückshormon Dopamin aus. Dies sorgt dafür, dass wir immer wieder zum Handy greifen, sogar beim Autofahren. Allein dies macht allerdings nicht abhängig. Es kommen bestimmte Risikofaktoren hinzu:

  •   Wenn sich alles ums Handy dreht, man auch schöne Tätigkeiten unterbricht, um auf das Display zu schauen.
  •   Oder wenn man sich in Stresssituationen mit dem Handy ablenkt.
  •   Wenn das Handy z.B. neben dem Bett liegen muss, um einschlafen zu können, wie dies bei vielen   Jugendlichen der Fall ist (ich nenne es “Nabelschnur”).
  •  Wenn die sozialen Kontakte unter dem stundenlangen Chatten leiden bzw. diese sogar ersetzen.
  •  Wenn man Auszeiten vom Handy nicht ertragen kann und gereizt oder sogar depressiv wird, ist dies ein  Zeichen von Sucht.
  • Auch die ständige berufliche Erreichbarkeit, wo Beruf- und Privatleben nicht mehr getrennt werden kann, begünstigt eine Handysucht, die zu psychischen und psychosomatischen Problemen führen kann.

Die ständigen Unterbrechungen durch die Ablenkung verhindern die Konzentration.

Und beim Surfen im Internet  wird Entspannung gesucht, was jedoch nur Zerstreuung bedeutet. Unser Geist und unser Nervensystem kommt nicht zur Ruhe. Wollen wir wirklich davon beherrscht werden? Wie bekommen wir die Nutzung (wieder) in Griff?

Durch ein bewusstes Training.

  • Sie können z.B. ein Tagebuch führen, in dem Sie eintragen, wann Sie das Handy nutzen und wann Sie Auszeiten nehmen, also Offline sind.
  • Auch hilft es, sich an Regeln zu halten, z.B. kein Handy am Bett und am Esstisch, abends ab einer bestimmten Uhrzeit das Handy komplett ausschalten. Halten Sie sich an die Regeln, belohnen Sie sich.
  • Außerdem überlegen Sie sich, was Sie statt Online zu sein tun. Was haben Sie früher gerne gemacht, welche Alternativen gibt es? Welche Hobbys haben Sie? Welche Freundschaften können Sie pflegen?
  • Handyfunktionen ersetzen durch einen Wecker, eine Armbanduhr, den Laptop benutzen statt das Smartphone.
  • Das Handy in den Rucksack stecken statt in die Hosentasche.
  • Nur zu bestimmten Zeiten nach neuen Nachrichten schauen.
  • Einen ganzen Tag bewusst ohne Handy verbringen.
  • Wenn Sie mit anderen Menschen Zeit verbringen (vor allem mit Ihren Kindern), das Handy in der Tasche lassen. Kinder haben sehr feine Antennen und merken, wenn Sie dem Handy den Vorrang geben. Sie fühlen sich abgeschoben und unwichtig.

Sollten Sie die Verhaltensänderung nicht alleine schaffen und vermuten Sie eine Abhängigkeit, kann eine Psychotherapie sehr hilfreich sein.