Adelheid Christ
Heilpraktikerin für Psychotherapie
Zweibrücker Str. 34
76829 Landau/Pfalz
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Denkschleifen und Grübeln

Gerade sensible Menschen neigen dazu, Probleme und verletzende Situationen immer wieder gedanklich durchzugehen. Damit verbunden ist die Hoffnung, eine Lösung zu finden, damit man sich wieder besser fühlt. Das gelingt meist nicht – im Gegenteil: Ohne es zu wollen, bildet sich dann ein Teufelskreis aus Denkschleifen und negativen Gefühlen, aus denen man sich fast nicht mehr befreien kann.

In den letzten 30 Jahren wurde in Studien gezeigt, dass häufiges Grübeln zur Aufrechterhaltung negativer Stimmungen beiträgt. Diese verfestigen sich sogar und können zu vermindertem Antrieb und Depressionen führen. Auch Angststörungen können sich daraus entwickeln.

Die gute Nachricht: das können wir beeinflussen! Wir verwandeln das Grübeln in lösungsorientiertes Nachdenken! Beim Grübeln analysieren wir immer wieder, warum die Dinge passiert sind. Das ist bis zu einem gewissen Punkt hilfreich und wichtig zur Aufarbeitung. Doch dies kann sich zu einem zwanghaften Durchspielen der Situationen entwickeln – ohne Ende. Deshalb nicht mehr fragen: “Warum habe ich das nicht schon vorher kommen sehen und warum habe ich nicht anders gehandelt? Warum ist das gerade mir passiert?” Auf manches Warum findet sich auch eben keine befriedigende Antwort. Selbstvorwürfe führen zu nichts, sie schwächen nur.  Jetzt ist es Zeit, nach vorne zu schauen! Das schaffen Sie, indem Sie jetzt das Warum in ein “Wie” umwandeln! Das ist lösungsorientiert: “Wie möchte ich jetzt weitermachen? Mit welchen Schritten möchte ich an mir arbeiten? Wie gehe ich in Zukunft mit ähnlichen Situationen um? Wie finde ich meine Platz in dieser Welt, welche Ziele und Sehnsüchte habe ich?”

Ganz so schnell gelingt die Umpolung des Denkens nicht. Wenn Sie wieder merken, dass Sie im Grübeln sind, können Sie es bewusst abbrechen, indem Sie “Stop!” sagen und sich ein imaginäres Stopschild vorstellen. Dann lenken Sie sich mit einer Tätigkeit ab, bei der Sie sich auf etwas anderes konzentrieren müssen. Überlegen Sie sich dazu eine bestimmte Tätigkeit, ein Ritual, z.B. etwas malen, die Lieblingsmusik hören, laufen. Probieren Sie es aus, was Sie gut ablenkt. Wiederholen wir das nun immer wieder, verlassen wir die eingefahrenen Netzwerke im Gehirn, und es bilden sich neue Verknüpfungen. So nehmen die grübelnden Gedanken nach und nach ab. Es ist ein Training, aber es funktioniert!