Adelheid Christ
Heilpraktikerin für Psychotherapie
Zweibrücker Str. 34
76829 Landau/Pfalz
Tel: 06341-968 44 99

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Angst vor Verlust und Abschieden

Diese Pandemiezeit kann ein Verstärker für Ängste sein. Es verdichten sich sozusagen die Gefahren. Wir fühlen uns bedroht von Krankheit, Jobverlust, Existenzangst im Beruf und finanziell, Isolation, Tod eines nahestehenden Menschen, Verlust des sozialen Status, Überforderung, Kontrollverlust, Konflikten, die aus dem Ruder laufen. Manche Menschen haben schon eine Trennung in dieser Zeit erlebt.

Abschiede und Verluste von Menschen, Dingen oder gewohnten Situationen kennen wir alle. Es ist für niemanden angenehm oder leicht, mit solchen Veränderungen umzugehen, die wir uns nicht gewünscht haben. Aber irgendwie kommen wir damit zurecht und wir machen weiter.

Manche Menschen jedoch werfen Verlusterlebnisse regelrecht aus der Bahn. Sie fühlen sich betäubt, es ist wie ein inneres Erdbeben, sie leiden fürchterlich und haben das Gefühl, jetzt ist alles aus oder kaputt. Sie verlieren den Blick für die Realität. Sie schotten sich ab und lassen niemanden mehr an sich heran. Wieso reagieren mache Menschen so extrem?

Um dies zu verstehen, müssen wir an die Wurzeln gehen. Die Angst vor dem Verlust eines geliebten Menschen liegt darin begründet, dass ein Mensch als kleines Kind von den Eltern vernachlässigt wurde: es bekam nicht genug Zuwendung und Liebe, sie ließen es lange weinen, es wurde allein gelassen und nicht getröstet. Robert Betz schreibt: “Die Kindheit ist eine Zeit der Ohnmacht, die viele Menschen weit über ihre Kindheit hinaus bis ins hohe Erwachsenenalter prägt.” Deshalb erlebt sich dann ein Mensch auch als Erwachsener in seiner Existenz bedroht, wenn er einen Verlust erleidet. Es ist wie eine Wiederholung des Traumas in seinem Erleben.

Auch schreckliche Erfahrungen, ein Unfall, Schocks, Krankheiten oder Misshandlungen können traumatisch sein. Wenn Eltern sich trennen oder wichtige Menschen sterben, wenn ein Elternteil krank oder alkoholabhängig ist, wenn viel gestritten wird, wenn man als Erwachsener plötzlich vom Partner verlassen wird: all das kann bleibende seelische Verletzungen hinterlassen. Als Folge können starke Verlustängste oder Bindungsängste auftreten.

Wie zeigt sich Verlustangst?

  • durch Kontrollzwang
  • Anklammern an den Partner, an die Kinder, an einen Freund
  • grundlose Eifersucht
  • Vertrauen fällt schwer, ist sehr brüchig
  • Gefühl von Wertlosigkeit
  • Angst vor schlimmen Krankheiten
  • Überreaktionen bei Kleinigkeiten
  • durch ein überfürsorgliches Verhalten
  • Schwarzseherei, worst-case-Szenarien

Finde Sie sich in diesen Beschreibungen wieder? Haben Sie große Angst vor Veränderungen und Abschieden? Haben Sie Angst, dass Ihnen alles über den Kopf wächst?

Es gibt einen Weg aus dieser Angstspirale. Sie müssen nicht darin gefangen bleiben. Eine Psychotherapie kann helfen, einen “festeren Boden unter die Füße” zu bekommen.