Adelheid Christ
Heilpraktikerin für Psychotherapie
Zweibrücker Str. 34
76829 Landau/Pfalz
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Angst verletzt zu werden

Niemand möchte sich verletzen lassen. Deshalb verstecken wir uns, sind vorsichtig, vermeiden es, abgelehnt zu werden, zeigen keine Schwäche. Cool sein ist in. Werden wir dennoch verletzt, zeigen wir es nicht und lassen uns nichts anmerken: Ach, es ist ja nicht schlimm, es macht mir nichts aus… Und wir versuchen, perfekt zu sein, um sich keiner Kritik auszusetzen, denn auch das kann weh tun.

Nun ist es aber so, dass wir es nicht immer verhindern können, verletzt zu werden. Wenn wir das wollten, müssten wir als Einsiedler in einer abgelegen Gegend leben. Das möchten die wenigsten. Und wenn wir ständig mit einer unsichtbaren Maske herumlaufen und niemandem unser wahres Ich zeigen, führt das irgendwann in eine unerträgliche Einsamkeit. Was ist die Lösung?

Die Lösung ist, wie ich mit meiner Verletzlichkeit umgehe: Ist sie etwas, was ich gar nicht ertrage? Oder ist sie etwas, was zum Leben dazu gehört?

Menschen, die es nicht ertragen, verletzt zu werden, stellen sich selbst oft in Frage: Bin ich liebenswert oder lehne ich mich selbst ab? Mag ich mich so, wie ich bin? Habe ich ständig das Gefühl, um Liebe kämpfen zu müssen? Kann ich überhaupt Liebe annehmen? Fühle ich mich schnell von anderen abgelehnt?

Dann gibt es Menschen, die mutig sind. Sie können zuerst sagen: Ich mag dich. Sie können um Hilfe bitten. Sie sind stark. Sie stehen zu ihren Schwächen und ihrer Unperfektheit. Sie fühlen sich wertvoll und mit anderen Menschen eng verbunden.

Wollen wir ein erfülltes Leben führen, muss die Verletzlichkeit einen Platz in meinem Leben haben. Es ist ein Risiko, andere Menschen nahe an sich heran zu lassen und ihnen zu vertrauen. Doch gleichzeitig ist die seelische Nähe und Offenheit auch der Geburtsort von Liebe, Verbundenheit und Freude.

Wie kann ich zu diesem Mut kommen? Dies ist möglich, wenn ich davon überzeugt bin, selbst wertvoll zu sein. Dass ich es wert bin, geliebt und geschätzt zu werden, auch wenn ich nicht perfekt bin.

Dies kann ein längerer Weg sein, wenn alte Verletzungen uns blockieren. Hier kann therapeutische Begleitung dabei helfen, diese anzuschauen, zu akzeptieren und dann gehen zu lassen. Jeder Mensch ist es wert, geliebt zu werden. Doch am wichtigsten ist es, zu lernen, mich selbst zu lieben.