Adelheid Christ
Heilpraktikerin für Psychotherapie
Zweibrücker Str. 34
76829 Landau/Pfalz
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Abhängigkeit vom Smartphone

In immer mehr  Familien gibt es Streit wegen der übermäßigen und unkontrollierten Nutzung des Smartphones.  Eltern erkennen, dass ihre Kinder sich nicht mehr um Freunde, Hausaufgaben und Hobbies kümmern. Selbst in der Familie sind gemeinsame, ungestörte Stunden ohne Unterbrechung durch eine WhatsApp-Nachricht fast nicht mehr möglich. Oder das Kind/ der Jugendliche sitzt fast nur noch in seinem Zimmer vor dem PC, macht Killer- oder andere Spiele und macht sogar Nächte durch. Viele Eltern sind frustriert und wollen am liebsten alles laufen lassen, weil sie um eine geregelte Nutzung Tag für Tag neu kämpfen müssen. Sprechen sie ein Verbot aus, verhält sich dann das Kind wie ein Süchtiger, der auf Entzug ist: Toben, Weinen, Verzweiflung: “Ich kann ohne das nicht leben”…

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat aktuell erreicht, dass die Internetsucht als behandlungsbedürftige Krankheit deklariert wird. In jeder Großstadt mussten schon jetzt Beratungsstellen eröffnet werden, um dem abhängigen Verhalten von der digitalen Welt entgegenzuwirken. Das ist alarmierend.

In der neuen Hirnforschung ist es möglich festzustellen, dass die unkontrollierte, tägliche Langzeitnutzung bestimmte Hirnregionen vernachlässigt. Bei Kindern ist dies besonders gravierend, weil das Stammhirn sich entwickelt und dies durch dieses Suchtverhalten gehindert wird. Was ist zu tun?

Der Hirnforscher Manfred Spitzer schreibt in seinen Buch “Digitale Demenz”: “Beschränken Sie bei Kindern die Dosis, denn dies ist das einzige, was erwiesenermaßen einen positiven Effekt hat. Jeder Tag, den ein Kind ohne digitale Medien zugebracht hat, ist gewonnene Zeit!” Dies sehen viele  Eltern mit gesundem Menschenverstand genau so. Doch wie handeln?

  • klare Regeln aushandeln und festlegen! Dazu gehört auch eine Konsequenz, wenn die Regel nicht eingehalten wird.
  • Zum Beispiel: eine bestimmte Dauer ist Medienzeit, abends ab einer bestimmten Uhrzeit gehört das Smartphone an einen bestimmten Platz und nicht mit ins Bett, bei den Mahlzeiten ist das Smartphone tabu.
  • Den Fernseher nicht den ganzen Tag einschalten, sondern nur zu ausgewählten Sendungen und Filmen.
  • Bei Grundschulkindern gehört der PC und der Fernseher nicht ins Kinderzimmer.
  • Unterhalten Sie sich öfters über die digitalen Spiele, die Ihr Kind macht, zeigen Sie Interesse, sagen Sie Ihre Meinung.
  • Unternehmen Sie etwas Schönes mit Ihrem Kind und der Familie, auch in der Natur.
  • Fördern Sie Hobbies, Sport, Interessen, Freundschaften bei Ihrem Kind. Vielleicht mag es ein Haustier?
  • Kindergarten- und Grundschulkinder: Lesen Sie regelmäßig spannende Geschichten vor!

Dies alles ist sehr anstrengend für Eltern. Aber Sie haben Verantwortung für Ihr Kind. Vor allem: Gehen Sie mit gutem Beispiel voran! Nehmen Sie sich selbst auch Auszeiten vom Smartphone und schalten Sie es aus. Denn: Die digitalen Medien machen tatsächlich “dick, dumm, aggressiv, einsam, krank und unglücklich!” (Manfred Spitzer)

Wenn Sie  Unterstützung brauchen, scheuen Sie sich nicht, für sich selbst Hilfe in einem psychologischen Beratungsgespräch, einem psychologischen Coaching oder für Ihr Kind in einem Kindercoaching zu holen.

Zusätzliche Infos zu diesem Thema finden Sie hier: Wie viel Medienzeiten sind gut für mein Kind?